Die Anfänge des Museums in Ziębice reichen in das Jahr 1930 zurück, als die damaligen
Stadtverantwortlichen beschlossen, ein Heimatmuseum mit Andenken aus der Vergangenheit
der Stadt und des Kreises einzurichten. Schon in 1931 war die erste Museumsexposition
in zwei Rathaussälen entstanden. Die Sammlungen des Münsterberger Heimatmuseums
erweiterten sich sehr schnell, besonders dadurch, dass in den Jahre 1934-37 das
Museum um die enorme Sammlung des schlesischen Künstler Joseph Langer bereichert
wurde, die der Stadt durch seine Witwe übergeben wurde. Nach der Abwicklung des
Kreises Münsterberg wurde das Museum in den früheren Sitz des Kreisamtes in der
heutigen Przemysłowa- Straße übertragen. Das Museum erhielt auf diese Weise einen
eigenen Sitz, der sich Dank eines Umbaus und einer Anpassung glänzend zur Präsentation
der Museumssammlungen eignete.
Das Museum in Ziębice hat den Zweiten Weltkrieg ohne Verluste überdauert und 1946
übergab es der deutsche Kustos der polnischen Staatsmacht. Schon Anfang der 50iger
Jahre den XX. Jahrhundert hat das Museum seine Tätigkeit unter der Leitung des ersten
polnischen Direktors Herrn W. Brajtar begonnen. In den 50iger Jahren wurden die
Sammlungen des Museums durch die Aufnahme des Bestandes des aufgelösten Museums
in Niemcza bereichert. Die damalige Machthaber schauten jedoch ungern auf die "postdeutschen"
Sammlungen in polnischen Ziębice. Deshalb entstand die Auffassung, auf der Basis
des Museums in Ziębice eine Stelle zu schaffen, die sich auf die Sammlung von Haushaltsgeräten
spezialisiert. Gegen den Willen des nachfolgenden Museumsdirektors Herrn Jerzy Rozwadowski
in der ersten Hälfte der 70iger Jahre wurde das Museum seines bisherigen Sitzes
beraubt. In das Gebäude des Museums zog die Stadtverwaltung ein, dafür erhielt das
Museum ein paar Zimmer im städtischen Rathaus, wo es sich bis heute befindet. Der
Platzmangel an dem neuen Sitz erlaubt nur eine kleine Exposition, hauptsächlich
die der Haushaltsgeräte.
Erst in den 90iger Jahren bewirtschaftete die nachfolgende Leiterin des Museums,
Frau Renata Kolega die Räumlichkeiten des im Rathaus bislang untergebrachten Gemeindekomitees
der Polnische Vereinigte Arbeiterpartei mit neuen Expositionen und Ausstellungsgegenstände
aus den früheren Magazinen im Gebäude der Stadtverwaltung. In den letzten Jahren
wurde unter der Direktion vom Herrn Jarosław Żurawski das Museum in Ziębice, das
einzige Museum in Polen, das sich, spezialisiert auf die Sammlung von Haushaltsgeräten,
bemüht, Funktionen eines Spezialmuseums und eines Heimatmuseums zu verbinden, indem
es seine reichen Sammlungen in 7 Ausstellungssälen präsentiert. Leider ist das Museum
nur einer der Nutzer des Rathauses und besitzt eine viel zu kleine Ausstellungsfläche,
was zur Folge hat, dass ein großer Teil der Ausstellungsgegenstände in den Magazinen
aufbewahrt werden (u.a. Handschriften, alte Drucksachen, numismatische, photographische
und andere Sammlungen) oder in anderen Museen zugänglich gemacht werden muss, z.B.
im Museum Jelenia Góra oder in Ząbkowice Śląskie.
Das Museum besitzt keinen Saal für Sonderausstellungen, was die Möglichkeiten der
Organisierens zeitweiliger Expositionen, wie auch die Ausstellung der eigenen Sammlungen
wesentlich einschränkt.
Seit den 70iger Jahren des XX Jahrhundert ist der Sitz des Museums das städtische
Rathaus - ein eklektisches Gebäude, welches in Jahren 1887-1890 an der Stelle des
vorhergehenden Renaissancerathauses entstanden ist.
Von dem alten Rathaus ist nur der Turm aus XVI. Jahrhundert erhalten geblieben,
von dem man eine schöne Aussicht auf die Stadt, die hügelige Gegend und den Ostteil
der Sudeten hat.